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Was kostet ein Immobilienverkauf?

Der Kaufpreis ist nicht automatisch der Betrag, der nach dem Verkauf auf Ihrem Konto bleibt. Maklerprovision, Unterlagen, eine mögliche Kreditablösung und gegebenenfalls Steuern gehören deshalb früh in die Planung. Welche Positionen tatsächlich anfallen, hängt von Ihrer Immobilie und den getroffenen Vereinbarungen ab.

In diesem Ratgeber
  1. Welche Kosten sollten Verkäufer einplanen?
  2. Wie wird die Maklerprovision aufgeteilt?
  3. Wer bezahlt Notar, Grundbuch und Lastenfreistellung?
  4. Was passiert mit einem laufenden Immobilienkredit?
  5. Kann beim Verkauf Einkommensteuer anfallen?
  6. Wie ermitteln Sie den voraussichtlichen verfügbaren Erlös?

Welche Kosten sollten Verkäufer einplanen?

Erstellen Sie vor dem Verkaufsstart eine Übersicht mit drei Spalten: Kostenposition, voraussichtlicher Betrag und Fälligkeit. So erkennen Sie auch, welche Ausgaben vor dem Eingang des Kaufpreises bezahlt werden müssen.

  • Unterlagen: etwa aktuelle Grundbuchauszüge, fehlende Pläne, eine Flächenprüfung oder ein benötigter Energieausweis.
  • Vorbereitung und Präsentation: zum Beispiel kleinere Reparaturen, Räumung, Reinigung oder vereinbarte Vermarktungsleistungen.
  • Maklerprovision: nach den Bedingungen des abgeschlossenen Maklervertrags.
  • Finanzierung und Lasten: mögliche Kosten der Darlehensablösung und der vereinbarten Löschung von Grundpfandrechten.
  • Steuern und Beratung: abhängig von Erwerb, Nutzung, Haltedauer und persönlicher Situation.

Holen Sie für größere Positionen konkrete Angebote oder Abrechnungen ein. Pauschale Prozentangaben ersetzen diese Prüfung nicht. Die Checkliste für Verkaufsunterlagen hilft, fehlende Dokumente früh zu erkennen.

Wie wird die Maklerprovision aufgeteilt?

Es gibt keinen bundesweit gesetzlich festgelegten Provisionssatz. Maßgeblich sind der Maklervertrag, die Objektart und die gesetzlichen Regeln zur Verteilung. Lassen Sie sich den von Ihnen zu tragenden Betrag einschließlich Umsatzsteuer sowie die Voraussetzungen der Fälligkeit verständlich erläutern.

Beim Verkauf einer Wohnung oder eines Einfamilienhauses an einen Verbraucher gelten besondere Regeln: Wird der Makler für beide Seiten entgeltlich tätig, müssen sich beide grundsätzlich in gleicher Höhe zur Provision verpflichten. Hat nur eine Seite den Makler beauftragt, darf eine vereinbarte Kostenübernahme durch die andere Seite die beauftragende Partei nicht stärker entlasten als diese selbst zahlt. Der Erstattungsanspruch wird erst nach deren Zahlung und entsprechendem Nachweis fällig.

Diese Regelungen lassen sich nicht pauschal auf jedes Grundstück, Mehrfamilienhaus oder gewerbliche Objekt übertragen. Klären Sie die konkrete Vereinbarung vor Beginn der Vermarktung. Das Erstgespräch und die erste Einschätzung bei LIVIQO sind kostenlos und unverbindlich.

Wer bezahlt Notar, Grundbuch und Lastenfreistellung?

Nach der gesetzlichen Grundregel trägt der Käufer die Kosten der Beurkundung des Grundstückskaufvertrags und der Eigentumsumschreibung. Entscheidend für die Aufteilung zwischen den Beteiligten sind auch die Vereinbarungen im Kaufvertrag. Für Verkäufer können insbesondere Kosten entstehen, wenn eingetragene Belastungen für den Verkauf gelöscht werden sollen.

Bitten Sie das Notariat früh um eine Einordnung der für Ihren Fall relevanten Kosten. Eine noch eingetragene Grundschuld bedeutet nicht automatisch, dass noch ein Darlehen in gleicher Höhe offen ist. Unser Ratgeber erklärt den Ablauf von der Vertragsvorbereitung bis zur Übergabe.

Was passiert mit einem laufenden Immobilienkredit?

Fragen Sie Ihre Bank nach der Restschuld zum geplanten Ablösetermin und nach möglichen zusätzlichen Kosten. Eine vorzeitige Rückzahlung kann eine Vorfälligkeitsentschädigung auslösen; ob und in welcher Höhe sie anfällt, muss anhand des Vertrags und der konkreten Umstände geprüft werden.

Die Rückzahlung der Restschuld ist selbst keine Verkaufsgebühr, mindert aber den Betrag, der Ihnen anschließend zur Verfügung steht. Planen Sie deshalb Restschuld und zusätzliche Ablösekosten getrennt. Mehr dazu lesen Sie unter Immobilie verkaufen trotz laufendem Kredit.

Kann beim Verkauf Einkommensteuer anfallen?

Bei privat gehaltenen Immobilien kann ein Verkauf innerhalb von zehn Jahren nach der Anschaffung steuerpflichtig sein. Für bestimmte Fälle der Eigennutzung bestehen Ausnahmen. Maßgeblich sind unter anderem Erwerbszeitpunkt, tatsächliche Nutzung und die persönlichen Umstände; bei Erbschaft oder Schenkung können auch Angaben zum vorherigen Eigentümer relevant sein.

Eine Steuer entsteht nicht pauschal auf den gesamten Kaufpreis. Lassen Sie die steuerliche Behandlung vor dem Verkauf durch Ihre Steuerberatung prüfen, besonders bei vermieteten, gemischt genutzten oder teilweise selbst bewohnten Objekten.

Wie ermitteln Sie den voraussichtlichen verfügbaren Erlös?

Verkaufspreis minus offene Darlehen minus Verkäuferkosten minus gegebenenfalls anfallende Steuern ergibt den voraussichtlich verfügbaren Betrag. Berücksichtigen Sie außerdem, wann Zahlungen fällig werden. Ein zeitlicher Puffer kann nötig sein, wenn Sie bereits eine neue Immobilie erwerben oder umziehen.

Wir begleiten Eigentümer in Lindenberg, im Westallgäu und in der Bodenseeregion bei der Vorbereitung und Vermarktung. In der kostenlosen Erstberatung besprechen wir, welche Leistungen für Ihren Verkauf sinnvoll sind. Eine erste Orientierung zum Wert bietet unsere Immobilienbewertung.

Redaktioneller Stand: 19. September 2026. Allgemeine Orientierung; eine individuelle Rechts- oder Steuerberatung wird dadurch nicht ersetzt.

Quellen und weiterführende Informationen

Quellen: § 656b BGB – Anwendungsbereich; § 656c BGB – Tätigkeit für beide Parteien; § 656d BGB – Vereinbarungen über Maklerkosten; § 448 BGB – Übergabe- und Beurkundungskosten; § 490 BGB – besondere Kündigungsrechte; § 23 EStG – private Veräußerungsgeschäfte.

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